Frage 11:
Ich halte nicht viel von den unterstützenden Medikamenten. Ich habe nämlich schon für drei Wochen Nikotinpflaster verwendet und habe trotzdem mit dem Rauchen wieder begonnnen ! Was meinen Sie, habe ich irgendetwas dabei falsch gemacht ?

Antwort:
Ihre Enttäuschung ist verständlich, jedoch, so meine ich, Ihr Rückfall wäre vermeidbar gewesen. Die wahrscheinlichsten Gründe für dieses „Behandlungsversagen“ sind nach meiner Erfahrung folgende:

1. Sie haben sich in Bezug auf eine für Sie günstigste Nikotindosierung möglicherweise nicht beraten lassen. Ihr Nikotinbedarf kann aufgrund der von Ihnen gerauchten Anzahl der Zigaretten und auf der Basis eines sog. Fagerström-Fragebogens ganz gut eingeschätzt werden.
In schwierigen Fällen kann eine zusätzliche Bestimmung des Nikotinabbau-produktes Kotinin, während Sie noch rauchen und unter der Nikotinersatz-behandlung, eine bedarfsgerechte Dosierung der Nikotinersatzpräparate ermöglichen.
Wir bieten diese Untersuchungen unseren Klientinnen/Klienten an: wir benötigen hierfür lediglich je eine Urinprobe.

2. Sie hätten womöglich eine Kombination des Nikotinpflasters mit Nikotinkau-gummi benötigt. Nikotinpflaster erzeugen einen gleichbleibenden Pegel an Nikotin im Blut, während eine zusätzliche Nikotinkaugummimedikation bei Bedarf zwischendurch auftretende Versuchungssituationen schnell durch raschere Nikotinzufuhr „entschärfen“ kann .

3. Sie haben womöglich keine Verhaltenstherapie erhalten !
Die Verhaltentherapie, z. B. in Gruppen angewandt, beinhaltet eine Analyse Ihrer Rauchgewohnheiten, insbesondere der für Sie persönlich bedeutsamen Alltagssituationen (Kaffeetrinken, Alkoholtrinken, mit Rauchern zusammensein etc.). Mit dem Therapeuten und der Gruppe gemeinsam lassen sich dann die für Sie am ehesten anwendbaren Gegenstrategien erarbeiten und einüben.
Für die meisten Fälle der Tabakentwöhnung eignet sich die alleinige medikamentöse Unterstützung für das baldige Erreichen einer Langzeitabstinenz nicht !

Die erwiesenermaßen besten Ergebnisse lassen sich heute mit Hilfe einer ausgefeilten Verhaltenstherapie und einer individuellen, d. h. maßgeschneiderten medikamentösen Unterstützung erreichen.

Die Motivation der Raucher ist allerdings die wichtigste Voraussetzung. Sie verfügen über diese in ausreichendem Maße: Sie haben es durch die dreiwöchige Abstinenz ausreichend bewiesen ! 

Nun, warten Sie also nicht lange, unternehmen Sie einen neuen Entwöhnungsversuch. Dieses Mal allerdings unter weitaus günstigeren Umständen als der von Ihnen beschriebene „ungültige Versuch“ !


Unsere nächsten Entwöhnungskurse

im Klinikum München-Harlaching und im

Klinikum München-Neuperlach

ab dem 11.06.2013

inkl. kostenfreier Rauchersprechstunde:

am 15.05. und 05.06.2013 von 18:30 bis 20:00 Uhr

Flyer mit Terminübersicht


Unsere nächsten Kursleiterseminare

in München

am 12. und 13. Juli 2013

zur Durchführung von Tabakentwöhnung im Gruppensetting.

(Änderungen vorbehalten!)

Telefonische Hotline

Telefonische Beratung:
0800 14 18 14 1 (kostenfrei!)

Mo, Di, Mi, Fr
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