Frage 6:
Ich habe auf Empfehlung meines Arztes meinen Zigarettenkonsum von täglich 30 Zigaretten (und manchmal mehr) auf 10 Zigaretten täglich reduziert. Gilt es auch für mich noch, dass ich mit dem Rauchen jetzt ganz aufhören muss?
Antwort:
Als erstes möchte ich Sie zur Reduktion Ihres Zigarettenkonsums beglückwünschen ! Sie haben einen großen Schritt in die richtige Richtung unternommen, denn Sie haben etwas getan, worüber 9 von 10 Rauchern immer wieder reden, ohne etwas zu unternehmen.
Nun zu Ihrer Frage. Wenn Sie Ihren Zigarettenkonsum von 30 auf derzeit 10 Zigaretten täglich reduziert haben, dann haben Sie Ihr Risiko für tabakbedingte Erkrankungen schon deutlich herabgesetzt. Nun bleiben Sie aber auf halbem Weg nicht stehen, sondern reduzieren Sie – je nach dem, wie viel Sie sich zumuten – Ihren Tabakkonsum weiter. Z. B. wöchentlich um 2 Zigaretten und dies solange, bis Sie einen Nullkonsum erreicht haben.
Warum aber ist es nicht ausreichend, bei diesem sogenannten „reduzierten“ Rauchen zu bleiben?
1. Bei 10 Zigaretten pro Tag ist Ihr Risiko, z. B. einen Herzinfarkt zu erleiden, 1,9-fach höher, als dies bei einem Exraucher der Fall ist.
2. Die Gefahr, dass Sie in sogenannten Versuchungssituationen (wie Stress, Langeweile, Zusammensein mit anderen Rauchern usw.) in Ihren alten Konsum zurückfallen, ist dann geringer, wenn Sie keine Zigaretten in Ihrer Wohnung, Auto oder am Arbeitsplatz greifbar haben. Erwiesenermaßen ist die Gefahr eines Rückfalles bei Erreichbarkeit von Rauchutensilien wesentlich höher !
3. Die Erfahrung zeigt, dass eine ständige Aufmerksamkeit und Selbstkontrolle, die Sie von sich tagtäglich abverlangen, um Ihre willkürlich festgelegte Quote von etwa 10 Zigaretten pro Tag einzuhalten, wesentlich schwieriger ist als bei einem einmal erreichten Nullkonsum zu verbleiben.
Erhöhen Sie Ihre Chance nicht wieder 30 Zigaretten täglich zu rauchen, indem Sie ganz aufhören !
